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Wie bereiten Sie Ihren Wagen für die Urlaubsreise vor?

Nichts Ärgerlicheres als eine Autopanne auf Ihrer Fahrt in den Urlaub, um Ihr Gemüt zu beunruhigen. Ganz zu schweigen von den überhöhten Preisen mancher Werkstätten im Ausland, die ein ganz schönes Loch in Ihr Urlaubsbudget reißen können. Kurzum, genügend Gründe, um Ihren Wagen vor der Abreise noch einmal in die Inspektion zu geben.

Sie setzen meist auf sonnige Reiseziele; das bedeutet eine Hin- und Rückfahrt, die schnell 2.000 Kilometer oder mehr erreichen kann, und das mit einem voll beladenen Fahrzeug. Ihr Auto, das nur die tägliche Fahrt von zu Hause an den Arbeitsplatz gewohnt ist, muss auf der Urlaubsreise für eine wesentlich größere Last als gewöhnlich gerüstet sein. Um jegliche Panne auf der Fahrt zu vermeiden, ist eine Kontrolle im Voraus also ganz gewiss ein guter Rat.

Worauf also sollten Sie achten?

1) Technische Kontrolle und Inspektionen

Zunächst einmal sollten Sie sich vergewissern, dass das Datum der technischen Kontrolle nicht überschritten ist bzw. während der Reise anfällt. Außerdem sollten Sie darauf achten, dass der Zeitplan Ihrer Inspektionen eingehalten wurde und Sie auf dem neuesten Stand sind; dies können Sie im Wartungsheft Ihres Fahrzeugs nachprüfen. Es ist wichtig, dass Sie wissen, wann die letzte Inspektion durchgeführt wurde. Daher müssen Sie die voraussichtliche Kilometerzahl, die Sie während Ihrer Urlaubsreise zurücklegen werden, schätzen und dies mit Ihrem Wartungsheft vergleichen, um ein Risiko der Überschreitung zu übermeiden. Falls ein Risiko besteht, ist es sehr zu empfehlen, die Inspektion vorzuziehen und sie vor der Abreise durchführen zu lassen.

2) Reifen

Die Reifen sind die einzige Verbindung zwischen Ihrem Fahrzeug und der Straße. Ein schadhafter oder nicht genügend aufgepumpter Reifen führt zur Erhitzung und damit zur verfrühten Abnutzung, zu erhöhtem Kraftstoffverbrauch, zu einer Verlängerung des Bremswegs und einer schlechten Straßenlage.
Die Kontrolle des Reifendrucks und Reifenzustands ist für jeden Fahrer ein einfacher und schneller Vorgang. Im Profil des Reifens befinden sich sogenannte Verschleißanzeiger, die das Niveau der Abnutzung der Reifen anzeigen (die zulässige Mindestprofiltiefe ist 1,6 mm). Wenn die Oberfläche des Reifens auf dem Niveau des Anzeigers ist oder der Anzeiger nicht mehr sichtbar ist, ist das ein Zeichen dafür, dass Ihre Reifen glatt und daher abgenutzt sind. Dann ist es wesentlich, dass Sie Ihre Reifen so schnell wie möglich wechseln.
Ebenso lässt eine Kontrolle der Reifenflanken mögliche Probleme erkennen: Ein nicht ausreichend aufgepumpter Reifen; tiefe Schnitte, sichtbare Beulen oder eine Verformung der Lauffläche sind alles Zeichen dafür, dass der Reifen schadhaft ist und so schnell wie möglich ersetzt werden muss.

Lange Strecken auf der Autobahn beanspruchen die Reifen, doch dieser Kontrollpunkt wird häufig übersehen. Die Hälfte aller Autofahrer kontrolliert seine Reifen nur dreimal im Jahr, während die Kontrolle einmal im Monat zu empfehlen ist.

Daher sollten Sie den Reifendruck vor Ihrer Abreise kontrollieren, wenn die Reifen kalt sind. Befolgen Sie dabei die Empfehlungen des Herstellers; diese finden Sie im Wartungsheft, auf einem Etikett an der Innenseite einer der vorderen Türen oder an der Innenseite des Tankdeckels.
Wenn Ihr Fahrzeug beladen ist, ist es zu empfehlen, den Reifendruck um 0,2 bis 0,3 bar im Vergleich zum „normalen“ Reifendruck zu erhöhen. Und denken Sie auch an das Ersatzrad.

Achtung! Falls Ihre Leichtmetallfelgen mit Felgenschlössern ausgerüstet sind, ist es wichtig, sicherzustellen, dass diese im Fahrzeug sind, um es zu vermeiden, dass eine einfache Reifenpanne zum schlimmsten Alptraum wird!

3) Öl- und Flüssigkeitsfüllstände: kontrollieren und anpassen

Achten Sie darauf, den Stopfen niemals zu öffnen, wenn der Motor erhitzt ist, wegen des Drucks => Risiko von Verbrennungen!

  • Füllstand des Motoröls
    • Sicherstellen, dass Ihr Fahrzeug auf einem flachen Untergrund steht und dass der Motor kalt ist
    • Den Ölmessstab herausziehen, abwischen und wieder eintauchen
    • Den Ölmessstab erneut herausziehen: der Ölstand muss sich zwischen den beiden Markierungen für Maximum und Minimum befinden
    • Bei Bedarf mit geeignetem Motoröl auffüllen
  • Niveau der Kühlflüssigkeit
    • Sicherstellen, dass Ihr Fahrzeug auf einem flachen Untergrund steht und dass der Motor kalt ist
    • Beugen Sie sich über den Kühlflüssigkeitsbehälter
    • Prüfen Sie, ob der Füllstand der Flüssigkeit zwischen den Markierungen Maximum und Minimum liegt
    • Bei Bedarf Kühlflüssigkeit nachfüllen
  • Niveau der Servolenkungsflüssigkeit
    • Bei dieser Kontrolle muss der Motor abgeschaltet sein
    • Beugen Sie sich über den Behälter; dieser ist mit dem Symbol des Lenkrads gekennzeichnet
    • Achten Sie auf die Maximum- und Minimum-Markierungen, um zu bestimmen, ob Servolenkungsflüssigkeit nachgefüllt werden
  • Niveau der Scheibenreinigungsflüssigkeit
    • Die Scheibenreinigungsflüssigkeit befindet sich in einem Tank unter der Motorhaube Ihres Fahrzeugs
    • Vor einer langen Fahrt ist es sehr ratsam, auf einen korrekten Füllstand zu achten
    • Bei Bedarf auffüllen

4) Stoßdämpfer

Die Stoßdämpfer bilden, neben den Reifen, eine weitere Verbindung zwischen Ihnen und der Straße. Ebenso wie der Zustand der Reifen hat auch der Zustand der Stoßdämpfer Ihres Fahrzeugs direkte Auswirkungen auf seine Straßenlage, und das umsomehr, wenn es voll beladen ist. Doch das Problem bei den Stoßdämpfern ist, dass es sehr schwierig ist, sich über deren Niveau der Abnutzung im Klaren zu sein. Denn diese geschieht so allmählich, dass der Fahrer sich – vor allem, wenn er fast nur im städtischen Bereich und bei niedriger Geschwindigkeit fährt – unbewusst an die somit kaum spürbare Verschlechterung der Straßenlage seines Fahrzeugs gewöhnt.
Verschlissene Stoßdämpfer führen nicht nur zu einem immer unberechenbareren Verhalten, sondern auch zu einer erheblichen Verlängerung des Bremswegs.
Eine visuelle Kontrolle kann eine Leckage am Stoßdämpfer erkennen lassen (Vorhandensein von Fett am Stoßdämpfer).
Achtung! Stoßdämpfer werden stets paarweise ausgewechselt.

5) Beleuchtung

Die Funktionstüchtigkeit der gesamten Beleuchtung, Glühbirnen und Scheinwerfereinheiten kontrollieren und prüfen, ob sie keine Risse, Schäden, Wasser oder Kondensation aufweisen. Das Ende der Lebensdauer einer Glühbirne ist so gut wie nicht feststellbar. Daher ist es sehr zu empfehlen, einen Koffer mit Ersatzglühbirnen mitzunehmen. Die Lampen mit einem Tuch reinigen, dann die Blinker und das Bremspedal testen, während eine andere Person draußen prüft, ob die Blink- und Bremslichter funktionstüchtig sind. Denken Sie auch daran, die Warnblinker zu kontrollieren, denn auch diese sind ein wichtiger Bestandteil der Warnsignale Ihres Fahrzeugs!

6) Beladen des Fahrzeugs

Ein schlecht beladenes Auto ist gefährlich!
Das Verhalten eines Fahrzeugs verändert sich stark durch seine Belastung. Die Bremswege sind länger, das Wiederanfahren ist schwerer und die ungewollten Bewegungen der Karosserie sind stärker. Daher sollten Sie auf die richtige Beladung Ihres Autos achten.

Beladen Sie Ihr Auto richtig:

  • Beladen Sie Ihr Auto nach Möglichkeit am Vorabend, um das Beladen in Hetze kurz vor der Abreise zu vermeiden.
  • Legen Sie große und schwere Koffer und schwere Gegenstände hinten in den Kofferraum und achten Sie darauf, dass Sie keine wichtigen Bedarfsartikel dahinter liegen lassen. Sichern Sie die Koffer mit weichen Taschen, damit nichts verrutscht.
  • Legen Sie vor allem niemals schwere Gegenstände auf die hintere Ablage in Ihrem Fahrzeug. Denn diese könnten im Falle eines Aufpralls zu gefährlichen Geschossen werden, die den Kopf oder Nacken Ihrer hinteren Beifahrer schwer stoßen können.
  • Falls Sie einen Dachgepäckträger anbringen wollen, lesen Sie bitte die entsprechende Montageanleitung; ein Dachgepäckträger darf nur mit leichten Gegenständen beladen werden.

7) Werkzeuge und nützliche Utensilien

Diese nehmen keinen Platz weg und können Ihnen helfen, nicht völlig hilflos am Straßenrand liegen zu bleiben:

  • ein Multifunktionswerkzeug
  • eine Rolle starkes Klebeband
  • ein Produkt zum Abdichten, um einen eventuellen Riss im Kühler zu stopfen
  • ein Reifendichtmittel

8) Sicherheit

Denken Sie an das Warndreieck und die Leuchtweste
Jedes Fahrzeug muss mit einem Warndreieck und einer gelben Leuchtweste ausgestattet sein, um sich selbst und das Leben anderer Verkehrsteilnehmer im Falle einer Panne zu schützen.

Machen Sie regelmäßige Pausen
Es kommt nicht darauf an, den Durchschnitt zu halten, sondern wohlbehalten am Ziel anzukommen. Legen Sie daher unbedingt eine Pause ein, sobald Ihre Augen schwer werden. Heute ist nicht mehr überhöhte Geschwindigkeit die Hauptunfallursache auf der Autobahn, sondern Sekundenschlaf!

Erste-Hilfe-Box
Kontrollieren Sie, ob der Inhalt Ihres Erste-Hilfe-Kastens vollständig ist und dass die Haltbarkeitsdaten der verschiedenen Produkte nicht überschritten sind.

Feuerlöscher
Überprüfen Sie das Verfallsdatum des Feuerlöschers, das darauf angegeben ist, und ersetzen Sie ihn, falls das Verfallsdatum überschritten ist.

Denken Sie auch daran, die Funktionstüchtigkeit Ihres Wagenhebers zu überprüfen und vergewissern Sie sich, dass Sie den Schraubenschlüssel für die Räder haben (denken Sie daran, auch einen Hebel mitzunehmen, um den Schlüssel zu verlängern, denn die meisten Schlüssel sind zu kurz; das kann schnell kompliziert werden, wenn die Schraubenmuttern zu fest angezogen sind).

9) Weitere nützliche Tipps

Denken Sie auch an die Versicherung und an die Pannendienstverträge

Können Sie Ihren Beifahrern das Steuer überlassen?
Es kann durchaus nützlich sein, wenn Sie sich bei Ihrer Versicherungsgesellschaft vergewissern, ob Sie dem einen oder anderen Beifahrer das Steuer problemlos überlassen können, insbesondere „jungen“ Fahrern, die gerade erst den Führerschein gemacht haben.

Fahren Sie ins Ausland?
Wenn Sie eine Reise ins Ausland vor haben, sollten Sie prüfen, ob das bzw. die Länder, die Sie durchqueren, auf Ihrer grünen Versicherungskarte vermerkt sind. Ist dies nicht der Fall, erkundigen Sie sich bei Ihrem Versicherer, um eventuell eine vorübergehende Versicherung abzuschließen.

Pannendienst
Um die entstehenden Kosten im Falle einer Panne weitestgehend zu begrenzen, sollten Sie daran denken, den Umfang des Versicherungsschutzes Ihrer verschiedenen Pannendienstverträge zu prüfen.